Lieblingsweine von Lu Von Andrea Schrul | 09. Juni 2009 | abgelegt unter: Lieblinge am Mittwoch, NEWS, WOCHENSCHAU |

In meiner Kategorie “Lieblinge am Mittwoch” werden jeden Mittwoch drei Lieblinge aus den verschiedensten Bereichen vorgestellt. Und damit sich niemand bei der Darstellung meiner 12. Auflistung von Lampen, Stühlen, Sofas oder Handtaschen langweilt, bitte ich von Zeit zu Zeit Freunde, doch mal ihre Lieblinge vorzustellen.

Die Lu ist ein Allroundtalent in allen Bereichen rund um das Thema gesundes Geniessen. Als gelernte Arzthelferin mit Fortbildungen in Naturheilverfahren und Ernährung ist sie Ernährungscoach, Autorin (z.B. des Blogs Gut Essen), diplomierter Sommelier und vieles mehr.
Und da sie zu meinen liebsten Gesellschafterinnen bei einem schönen Tropfen Wein oder einem Pott Bolognese gehört, habe ich sie gebeten, mir und Ihnen ihre drei derzeitigen Lieblingsweine vorzustellen.
Viel Spaß.

Zu den gängigsten Nebenwirkungen von Staffeldauerseherei zählt die Verwebung von Real zu Traum, und das geht dann so:
Letzte Nacht, ich war gerade nach einem Flugzeugabsturz auf einer Insel unterwegs, erwischte ich eine Fee in einem hohen Baum, die Kokosnüsse abschlug.
Fee, sagte ich, es wäre eine passende Zeit für Wünsche, oder?
Sie gelangweilt, ja, klar, kann man machen, aber ich müsse mich entscheiden zwischen einem
„Premiumwunsch“, oder drei der Sorte „Einfach“.
Da ich eine Freundin der einfachen Küche bin, dachte ich 3, und sagte „Drei“ und zählte direkt auf:

biancoDrei Samen einer sportlich denkenden Tomatenpflanze.

Dann drei Schafe für die Milch zum Käse, und um Himmels Willen nicht vergessen:

Drei Schiffe mit meinen Lieblingsweinen, köstlich und Bio.

Eines aus Italien, eines aus Spanien, und das dritte aus dem Land der Franzosen.
Weil auch auf einer quasi einsamen Insel möchte ich nicht auf die einfachen Freuden eines warmen Tages verzichten, und dazu gehört eine pralle Tomate, ein Stück Käse und ein leckerer, einfacher Wein.
Die 6-Zentimeter-Korken zieht man zu besonderen Anlässen, zu Jahrestagen, Premieren, neuen Herbstdepressionen oder als letzte Flasche vor dem Untergang. Aber es sind doch am Ende die Wochentagsweine, welche den Alltag leuchten lassen, welche einem lieb, teuer und täglich sind.


Die Fee nickt wissend und sagt „Rot, Rosé und Weiß?“
„Genau“ rufe ich in Richtung der Kokosnüsse, dann plötzlich ein Knacken, eine Nuss, ein letzter Blick von mir auf sie, und dann alles schwarz.
Ich wurde in meinem eigenen Lost-Traum direkt am ersten Tag von einer aus nervösen Fee-Händen fallenden Kokosnuss erschlagen, also konnte ich genau so gut direkt aufstehen.

Und da alles einen Sinn hat und nichts umsonst ist, und ich eh schon mitten in der Erklärung der simplen Lieblingsdinge des Alltags angekommen bin, zeige ich an dieser sehr realen Stelle meine drei liebsten Sommerweine 2009, die Tomaten und den Käse besorgen Sie sich bitte einfach dazu, und dann wird alles gut. Auch an einem Mittwoch.

Der Weiße dann, der kommt vom Weingut La Cassetta aus der Region Valpolicella. Immer, wenn ich die runtergekühlte Flasche (8-10°) aus dem Eisschrank ziehe, rufe ich verzückt ‚Aaaah, ein Soave aus dem Veneto, und das mache ich allein deshalb, um mir ein wenig wohlklingenden Urlaub aus dem Kühlschrank zu holen.
Duftende Holunderdolden und leckere Stein, das ist mein Eindruck und mein Genuss von diesem Wein.
Das zusammen zu einem leichten Nudelgericht oder einem Tisch voller Vorspeisen aus Italien: Toll!
Mit 7,90 noch im Rahmen für einen sommerlichen Wochentag.

dreiDer Rosé kommt auf Frankreich, aus dem Languedoc. Das Weingut La Fleur Gitane packt in seinen Rosé nur eine Runde Syrah und eine Ladung Caladoc, und fertig ist mein liebster Rosé dieser Tage.
Meine ‚Mitteldingsweine’, wie ich Rosé gerne nenne, mag ich am liebsten trocken und mit Frucht in Nase und Gaumen, zuzüglich eine ordentliche Spur Säure.
Die Nase des La Fleur verspricht eine Walderdbeere, eine Johannisbeere und eine Himbeere, und das ist genau die Kombination, wie ich sie auch in meinem Hafengarten angebaut habe, schön nebeneinander.
Geht toll ab Mittags zur Essensbegleitung, als Apéro oder zum Grillabend, bei den Vorspeisen. Die asiatische Küche schafft er ebenfalls spielend, und mit 5,90 im totalen Alltagsweinpreissegment.
Schön kalt servieren, 8-10° und mit Kondensperlchen auf der gekühlten Flasche, für die applaudierenden Sehnerven.


Der Rote kommt aus Spanien, aus der Region Penedès. Das Weingut Albet i Noya, bekannt durch eine stattliche Anzahl bester Bio-Weine, mischt eine solide Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Garnacha, Merlot und Tempranillo.
Vinya Laia macht schon beim einschenken Spaß, dunkles Kirschrot, eine satte Nase nach dunklem Obst, ein wenig Würze, nachtschwarze Schokolade. Bleibt auch nach dem zweiten Glas geschmacklich noch lange mit dabei.
Ich trinke ihn am liebsten zu Lammgerichten, oder rotem Fleisch, welches viel mit Rosmarin und Thymian, Knoblauch zu tun hatte. Aber das ist ja Geschmackssache, und wenn Sie jetzt schon die Tomate und den Käse zur Hand haben, dann geht das sicher auch toll miteinander.
Der Wein mag es gern unter 20°, ich mag ihn bei 16° und bis er leer ist.
Mit 9,50 jeden Cent wert, allerdings für einen ‚Alltagswein’ einen Hauch über der Grenzmarke.
Ist für den Sonntag unter den Montagen.

Die direkten Fakten:
Alle drei Weine sind bestellbar bei Delinat.

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